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Die Eheringe

Trauringe – Symbol für eine Liebe, die nie endet

Es ist die Szene, die sowohl in Filmen als auch in der Kirche immer wieder für Tränen der Rührung sorgt: Ein verliebtes Brautpaar steckt sich gegenseitig die Trauringe an den Finger, um den Bund der Ehe auch optisch zu besiegeln. Woher kommt die Tradition der schimmernden Liebesbeweise? Welche Ringe passen zu welchem Paar und worauf sollte man beim Kauf besonders achten? Das alles klärt der folgende kleine Streifzug durch die funkelnde Welt der Trauringe.

Amors Pfeil und die Antike

Je nach Land, in dem ein Ehepaar lebt, wird der Trauring entweder – wie zum Beispiel auch in Deutschland – am rechten oder auch am linken Ringfinger getragen. Die alten Römer, in denen das Symbol für Liebe, Treue und im Übrigen auch für den Erhalt der Mitgift links getragen wurde, hatten einen ebenso anatomischen wie romantischen Grund für die Wahl der dieser Seite: Im linken Ringfinger vermuteten sie die „Vena amoris“ – die Vene der Liebe –, die ihrer Auffassung nach direkt zum Herzen führte. So sind es also tatsächlich bereits Jahrtausende, in denen das schimmernde Etwas am Finger als äußeres Zeichen für innere Gefühle gilt. Einen großen Vorteil bergen die Ringe der Neuzeit jedoch trotzdem: Während die römischen Ringe meist aus Eisen gearbeitet waren, haben die Liebenden heute eine reiche Auswahl an attraktiven Metallen.

Die Farbe des Goldes

Gold ist nicht gleich Gold. Das betrifft nicht nur die Qualität, sondern auch den Farbton, der ab der Hochzeit in unterschiedlichen Schattierungen am Finger leuchten kann. Heutzutage kann das Brautpaar ganz genau den Goldton wählen, den es sich wünscht. Zu den beliebten Klassikern gehören das elegant wirkende Weißgold, je nach Vorliebe gibt es jedoch auch wunderschöne Kreationen, die in einem gelben, roten oder roséfarbenen Goldton daherkommen. Generell gilt: Die Wahl der Trauringe ist Geschmackssache. Hier sollte sich das Brautpaar von niemandem beeinflussen lassen – schließlich geht es um die Auswahl eines Schmuckstückes, dass man täglich und ein Leben lang tragen möchte. Dennoch gilt: Je extravaganter die Stücke sind, desto schwieriger wird es, wenn einem das Modell später nicht mehr gefällt oder wenn sich der persönliche Stil im Laufe der Jahre geändert hat. Ein schlichter Ring in Weißgold punktet hier oft durch seinen zeitlosen Charakter.

Die Individualität steckt im Metall

Längst ist es nicht nur der goldene Ring, mit dem Mann und Frau ihr Eheversprechen besiegeln. Aus den Schmuckwerkstätten der angesagten Designer kommen jedes Jahre neue und vor allem fantasievolle Metallkreationen in die Vitrinen. Strahlend weiß und unglaublich wertvoll – diese beiden Attribute sind es wohl, die gerade Platin zum echten Renner unter den Materialien für Trauringe gemacht haben. Besonders der Damenring, der meist zusätzlich mit funkelnden Steinen bestückt ist, lässt einen Platinring zu einer unvergleichlichen Kostbarkeit werden. Ein Hauch von Glamour für jeden Tag und eine luxuriöse Erinnerung an den schönsten Tag im Leben! Als relativ neues Material hat Palladium seinen raschen Siegeszug durch die Welt der Trauringe angetreten: Es besticht neben seinem weißen Glanz vor allem durch die langanhaltende Schönheit des Metalls.

Die Eheringe

Die Eheringe @iStockphoto/DamianPalus

Neben Gold und Platin gibt es auch immer mehr Silbermodelle in den Auslagen: Sie sind besonders bei Hochzeitspaaren beliebt, die ein außergewöhnliches Stück – vielleicht sogar mit einer auffälligen Gravur – suchen. Silberringe sind vor allem bei den Herren der Schöpfung beliebt und harmonieren mit einer Vielzahl von Kleidungsstilen beziehungsweise -farben. Für alle, die sich nicht entscheiden können, haben die Ringdesigner eine ganz besondere Kollektion parat: Bei Ringen im Tricolor-Look geben sich drei Metalle – bei Sonderanfertigungen sogar nach Wahl der Brautleute – ein liebenswertes Stelldichein.

Standardmodell oder Spezialanfertigung?

Vor dieser Entscheidung, die in vielen Fällen auch eine Kostenfrage ist, steht fast jedes Paar einmal. Auch hier entscheidet der Geschmack – dennoch gibt es zwei Dinge, die man vor der eventuellen Bestellung von individuell angefertigten Kreationen beachten sollte: Zum einen macht es immer Sinn, sich die wirklich reichhaltige Modellvielfalt an Trauringen in den Auslagen unterschiedlicher Juweliere anzusehen. Wenn hier die Ringe zu finden sind, die beiden zukünftigen Eheleuten zu 100 Prozent gefallen, gibt es außer der Einzigartigkeit kaum einen Grund, sich in einem vielleicht langwierigen und teuren Prozess eigene Ringkreationen anfertigen zu lassen. Ein zweiter Punkt: Während man Trauringe, die man in der Vitrine findet, von allen Seiten in ihrer tatsächlichen Endfassung betrachten und befühlen kann, ist dies bei der Spezialanfertigung erst nach Herstellung fertig. Gefällt diese nicht, wird es unter Umständen schwierig, da viele Sonderanfertigungen von der Rückgabe ausgeschlossen sind.

Melanie oder Mäuschen – die Frage der Gravur

An der Innenseite klassischer Trauringe findet man in den meisten Fällen eine persönliche Gravur als ganz persönliche Erinnerung an die Traumhochzeit. Eingraviert für die Ewigkeit sind zumeist das Hochzeitsdatum, der Name des Ehepartners sowie manchmal auch ein kleiner Spruch. Hier sollte man sich ganz genau überlegen, welche Inschrift man wählt und welche man auch in zwanzig Jahren noch lesen möchte. Spontane Ideen, die sich auf aktuelle Ereignisse oder Koseworte beziehen, sind nicht immer zeitlos. Auch spaßige Widmungen haben vielleicht schnell den Reiz des Humorvollen verloren. Mit der klassischen Variante mit den Vornamen trägt man auch der ernsthaften Symbolik, die hinter dem Ringtausch steht, Rechnung. Das passt besonders gut zum klassischen Spruch während der Trauung: „Nimm diesen Ring als Zeichen meiner Liebe und Treue.“

Rechtzeitiges Aussuchen vermeidet Stress

Noch immer glauben viele Brautleute, man könne seine Trauringe erst kurz vor dem Hochzeitstermin aussuchen, da die Ringe bei einer Gewichtsschwankung zwischen Kauf und Hochzeit vielleicht nicht mehr passen könnten. Juweliere geben hier Entwarnung: Wer etwa zwei Wochen vor dem Schritt zum Altar noch eine kleine Änderung an den gekauften Ringen haben möchte, bekommt diesen Wunsch kompetent und – ganz wichtig – selbstverständlich rechtzeitig erfüllt.

Bereits zum Kaufzeitpunkt gilt es weitere wichtige Dinge zu überlegen: Sollen die Trauringe klassisch auf einem Ringkissen gebettet sein? Wenn ja, wie soll es geformt sein und muss es farblich zur Bekleidung der Brautleute oder einer bestimmten Dekoration passen? In welchem Behälter werden die Ringe sicher bis zur Trauung aufbewahrt? Wann werden sie den Trauzeugen übergeben? Und – besonders dann, wenn es sich bei der Trauung um ein größeres gesellschaftliches Ereignis handelt – sollen für den Fall der Fälle auch Ersatzringe greifbar sein?

Wichtige Grundüberlegungen: Budget und Händler

Wer sich Gedanken über die Kosten für die Ringe macht, sollte sich vor Augen halten, dass es sich um eine einmalige Anschaffung handelt, die auch einen hohen ideellen Wert hat, Natürlich soll sich niemand mit den Trauringen in eine finanzielle Krise stürzen – dennoch tut man gut daran, vielleicht bei einer anderen Anschaffung zu sparen, um sich die Ringe kaufen zu können, in die man sich unter Umständen bereits auf den ersten Blick verliebt hat. Manchmal hilft auch eine romantische Idee: So weckt ein liebenswertes Gefäß in Herzform, in das das Paar ab dem Heiratsantrag jeden Tag etwas Geld für die Ringe hineinlegt, auch die Vorfreude auf den großen Tag.

Besonders wichtig ist auch die Wahl eines qualifizierten Händlers. Natürlich lässt man sich leicht von romantischer Stimmung hinreißen, wenn man beim gemeinsamen Urlaub in fernen Ländern die Ringe von Schmuckhändlern in Geschäften oder gar auf Märkten betrachtet. Dennoch muss an immer davon ausgehen, dass es sich hier um ein Plagiat handeln könnte und man für ein minderwertiges Produkt viel zu viel Geld hinlegt. Dieses Risiko können Sie ausschließen, wenn Sie die hochwertigen Ringe im Meisterbetrieb eines Juweliers erwerben.

Anprobieren schützt vor bösen Überraschungen

Jeder, der schon etwas aus dem Katalog gekauft oder über das Internet bestellt hat, weiß es: Die Jeans fällt kleiner aus, als man das gedacht hat, und das Rot des Pullis hat einen ganz anderen Farbton als auf dem Bild. Das gleiche Risiko gehen alle ein, die ihren Fingerschmuck nach Modellringen im Geschäft aussuchen. Wer sich seine tatsächlichen Trauringe vor Ort anschaut, kann sich eine Menge Stress ersparen. What you see is what you get – der bekannte Spruch ist besonders bei Trauringen, die man ein Leben lang trägt, enorm wichtig.

Doch nicht nur das Sehen spielt beim Trauringkauf eine große Rolle. Hier darf ausdrücklich auch angefasst und vor allem zur Probe getragen werden! Dabei ist es wichtig, den Ring nicht nur schnell überzustreifen, im Hinblick auf Passform und Design für gut zu befinden und dann wieder abzustreifen. Mindestens zehn Minuten sollten Ringe am Finger getragen werden, damit Braut und Bräutigam sich auch wirklich vom bequemen Sitz überzeugen können. In dieser Zeit ist es durchaus auch erlaubt, mit den Händen durch die Luft zu fuchteln und sie kräftig Richtung Boden auszuschütteln, um zu sehen, ob die gewählte Ringgröße auch nicht zu weit gewählt ist. Auch das gegenseitige Händeschütteln und das Ergreifen von Gegenständen wie Gläsern, Telefonhörern oder Taschen ist unverzichtbar, wenn man herausfinden will, ob der Wunschring vielleicht an einer Stelle drückt. Wichtig für Allergiker: Im Juwelierfachgeschäft gibt es eine gezielte Beratung, welche Metalle sich für den individuellen Fall gut eignen.

Fazit: Rund um den Kauf von Trauringen gibt es eine Menge Dinge zu beachten. Am besten ist eine kleine Checkliste, die Schritt für Schritt abgearbeitet werden kann. Die Liste sollte neben den anfallenden Tätigkeiten immer die beteiligten Personen enthalten sowie das Datum, bis zu dem der jeweilige Punkt erledigt sein sollte. Das kostet manchmal etwas Mühe, lohnt sich aber – und ist beim romantischen Ringtausch vor dem Altar mit Sicherheit vergessen.

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